Eigentlich wollte ich nie einen Blogeintrag über Twitter schreiben. Warum auch? 1000 Blogs vor mir haben das getan und das Thema erschöpfend behandelt. Aber ein Tweet heute Morgen  hat einen Meinungsumschwung bewirkt (hört sich irgendwie auf englisch wesentlich schöner an: made me change my mind).

Grundsätzlich gibt es 3 Personengruppen was Twitter anbelangt
*die Leute twittern selbst und kennen das System
* sie haben noch nie etwas davon gehört
* oder sie haben ein gesundes Halbwissen und halten Twitter (und Blogger) für so nötig wie einen Kropf. (In die letztere Kategorie fallen übrigens Michael O’Leary und seine Mitarbeiter von Ryain Air, die Blogger als lunatic und idiots beschimpfen)

Mich hat der Twitter Virus jedoch voll erfasst und ich gehöre nicht zu den Leuten, die GutenAbend/GutNacht oder Ich_habe_gerade_meinen_Jet_nach_NY verpasst posten.
Für mich zählt vor allem dieser schnelle und sehr kompakte Austausch von Wissen und Trends. Durch die Beschränkung auf 140 Zeichen bleibt einem auch nicht viel übrig, als zackig auf den Punkt zu kommen.

Mittlerweile twittere ich nicht nur persönlich unter @pluripotent , sondern auch für unser Unternehmen unter @JuchemFood und wenn sich unsere geniale Internetagentur raum3 beeilt, dann sind diese Tweets schon bald aktuell auf unserer Homepage abrufbar. Für uns ein Kommunikationsmittel um unsere Kunden und Mitarbeiter aktuell mit allem Wissenswertem rund um die Themen Lebensmittel und Ernährung zu versorgen.

Soweit der Text, der eigentlich nie geschrieben werden sollte. Was mich aber heute Morgen auf Twitter total fasziniert hat (via  @tapioliller), ist die Aktion des britischen Journalisten Paul A Smith, der u.a. für den Guardian schreibt. Sein Ziel ist es, nur mit Hilfe von Twitter, innerhalb von 30 Tagen ans andere Ende der Welt zu reisen (in seinem Fall liegt dieser Ort in Neuseeland) und mit der Aktion Geld für charity:water zu sammeln.

Folgende Regeln hat er sich dabei auferlegt:

Alles läuft über Twitter, d.h. nur angemeldete Twitter User können die Aktion sponsern und den Twitchhiker mit Reisetickets und Unterkünften unterstützen. Voraussetzung man folgt dem @twitchhiker auf Twitter.

Die Route wird nie länger als 72 Stunden im Voraus geplant, weil es sonst zu langweilig wäre.

Außer für „Essen und Trinken“ und „was in den Koffer passt“ (ein sehr dehnbarer Begriff) darf er kein Geld ausgeben

Hat er mehr als ein Angebot zur Weiterreise muss er innerhalb von 48 Stunden entscheiden welches er nimmt, liegt nur eins vor, muss er dieses akzeptieren.

Jede Station muss innerhalb von 48 Stunden verlassen werden, gelingt ihm dies nicht ist die Challenge verloren und er muss zurück nach Newcastle upon Tyne.

Heute startet das Ganze. Sein erster Reiseabschnitt führt nach Amsterdam und von dort nach Paris. Und vollkommen fasziniert von der Aktion habe ich ihm das folgende Angebot gemacht:

@twitchhiker could send you a ticket for TGV from Paris to Saarbruck and accomodation. And a lift to Frankfurt to leave to the whole world

3 Gründe sind es wohl die mich bewogen haben dieses Angebot trotz übervollem Terminkalender zu unterbreiten:

* Als Rotarierin deren Club sich stark für Wasserprojekte engagiert finde ich die Aktion natürlich großartig
*Ich LIEBE „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ und diese Aktion ist ja auch ein bisschen verrückt (für Fans: ob Paul A Smith wohl auch ein Handtuch dabei hat? Und Erdnüsse?)
*Ich bin fasziniert von Menschen die (hier im wahrsten Sinne des Wortes) neue Wege gehen wie die Journalistin Judith Levin die ein Jahr aufs shoppen verzichtet hat und der Journalist Leo Hackman der versucht hat ein Jahr lang ethisch korrekt zu leben Beide haben ihre Erfahrungen niedergeschrieben: „Not Buying It: My Year Without Shopping“ und „Fast nackt: Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben“.

Bin mal gespannt ob ich eine @Reply bekomme. Alle Infos zum Twitchhiker und zur Aktion auf der Homepage von Paul A Smith.

Und weil es so schön ist hier ein kleiner Ausschnitt aus dem „Anhalter“. Als Reminiszenz an Twitter die Szene mit dem Wal 😉

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