Und so ging es weiter: Ich hatte also diesen Tweet an Paul geschickt mit der Mitteilung, dass ich bereit wäre für sein Ticket von Paris nach Saarbrücken, die Unterkunft und die Weiterfahrt nach Frankfurt zu sponsern. Die ersten Tweets ließen nicht viel Hoffnung, dass es wirklich so weit kommen könnte und eigentlich hatte ich mir das Ganze Sonntagabend schon als unrealistisch abgeschminkt. Am Montagmorgen um kurz vor 8 dann die Anfrage ob das Angebot immer noch steht. Meine Antwort: Na klar.Und dann begann das Organisationschaos. Hat von euch schon mal jemand versucht ein Online Ticket für eine dritte Person zu kaufen und dieser Person die Daten online zukommen zu lassen? Es ist nicht abenteuerlich und schwierig, es ist unmöglich.

Die Person die das Ticket nutzt, muss auch im Besitz der Kreditkarte sein, mit der das Ganze bezahlt wurde, ohne wenn und aber. Und wer schon mal versucht hat, das Herz der Deutschen Bahn zu erweichen, weiß was ich meine.

Ein Ticket online zu buchen, bei dem der Ausgangsort in Frankreich liegt, ist auch unmöglich. Die Reise muss in Deutschland angetreten werden, aus welch unerfindlichen Gründen auch immer.

Die Möglichkeit, dass Paul sich das Ticket selbst kauft und ich ihm das Geld ersetze, wenn er ankommt scheidet aus, das verbieten seine Regeln.

Was wir gemacht haben? In Zeiten des Internets unglaublich aber wahr. Meine Mitarbeiterin ist auf den Bahnsteig in Eppelborn gegangen und hat ganz klassisch mit echtem Geld (von wegen Kreditkarte oder ähnliches Teufelszeug) ein richtig gedrucktes Ticket erworben. Bis wir das alles eruiert hatten war es Montag kurz vor 5 und das Ticket MUSS am Mittwoch in Paris sein. (In der Zwischenzeit hatte ich per Mail mit Paul geklärt wohin das Ticket geschickt wird und die Adresse telefonisch mit dem Pariser Jugendherberge gegengecheckt)

Also Brief adressiert und per reitendem Boten (danke an meine Kollegin Anette Klein) nach Saarbrücken zur Hauptpost gebracht und per Eilbrief aufgegeben.

Heute habe ich dann Kontakt mit dem Saarländischen Rundfunk aufgenommen, da ich der Meinung bin, dass diese „verrückte“ Aktion doch wirklich eine Meldung wert ist, und ja ich bin auf offene Ohren und Interesse gestoßen. Morgen wird Paul also nicht nur von mir in Empfang genommen, sondern auch noch von Marko Muhar und einem Kameramann.

Es bleibt spannend.

Bis dahin hat Paul noch eine anstrengende Nacht vor sich wie seine verzweifelten Tweets belegen:

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