Illustration: Claudia Schramm

Beim Sammeln von Inspirierendem für den Blog-Adventskalender bin ich über die folgende Geschichte gestolpert.

„Mir ist die Geschichte wieder eingefallen, in der ein alter und weiser Mönch mit den jungen Mönchen des Klosters täglich eine Abendmeditation gehalten hat. Als eines Tages die Klosterkatze während dieser Zeit in die Kapelle lief und störte, ordnete der alte Mönch an, die Katze solle während dieser Zeit draußen festgebunden werden. So konnte man von da an wieder ungestört meditieren. Die Jahre vergingen. Schließlich starb der Mönch und bekam einen Nachfolger. Dieser hielt sich streng an die Tradition, dass während der Abendmeditation draußen eine Katze angebunden sein müsse. Als schließlich auch die Katze starb, wurde rasch eine neue Katze angeschafft, um sie während der Abendmeditation anbinden zu können. Weil die einfachen Leute den Sinn dieser Maßnahme nicht verstanden, traten Theologen auf den Plan und schrieben ein zweibändiges Werk mit vielen Fußnoten über die Heilsnotwendigkeit einer angebundenen Katze während der Abendmeditation. Mit der Zeit jedoch kam die Abendmeditation selbst ganz außer Gebrauch. Niemand interessierte sich mehr dafür. Aber mit größter Treue wurde wenigstens der Ritus des abendlichen Katzenanbindens beibehalten.

Eine verrückte Geschichte! Aber ist sie wirklich so weit her geholt?

Wie auch immer: Die Begegnung mit Gott ist ein zutiefst persönlicher Akt, der in meinem tiefsten Inneren geschehen muss.

Möge Gott mich davor bewahren, ihn in leeren Riten zu vermuten.“

Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

PS: Auf evangelisch.de wurde ich darauf hingewiesen, dass die Geschichte aus dem Weisheitsbuch von Antony de Mello stammt.

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Bitte beachtet auch den AdventPodcast der gestern SEARA e.V: Zukunft für die Kinder am Amazonas vorgestellt hat.

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