An all die lieben und aufrechten Menschen da draußen, die sich dick und fett und satt und warm und trocken und gesund auf ihre Geldbeutel setzen und im Brustton der Überzeugung sagen, dass sie für Pakistan nichts spenden, weil sie ja eine Atommacht seien, eine Brutstätte und Unterschlupfort für Terroristen, denen werfe ich entgegen:

Wenn es damals keine Luftbrücke nach Berlin gegeben und die Hilfsorganisation Care nicht täglich 1.000 ihrer berühmten Pakete gebracht hätte, was wäre aus der Stadt und ihrer Bevölkerung geworden? Was, wenn die Amerikaner damals  nach der Schuld des deutschen Volkes am 2. Weltkrieg und nach dem im besten Falle Wegschauen beim Massenmord an den  Juden, an den ungezählten behinderten Menschen, an den Sinti und Roma gefragt und  ihre Spendenbereitschaft daran orientiert hätten? Es hätte wohl kaum einen Rosinenbomber oder andere Hilfsflüge  gegeben.

Es ist so verdammt einfach, aus der Ferne und einem komplett anderen Kulturkreis heraus, den moralischen Zeigefinger zu heben und dies als Argument vorzuschieben. Ob und wie viel jeder spendet ist natürlich Sache jedes Einzelnen. Mir geht es hier nur um das moralische Mäntelchen, dass ich dem einen oder der anderen gerne wegreißen möchte.

Und vielleicht schaut ihr euch auch noch das Video von der 20 jährigen Balqis an, die im 8. Monat schwanger ist und in diesem Elend ihr Kind zur Welt bringen wird. Unter anderem die unsäglichen Kommentare unter diesem Video (das ich auf der Seite von Care gefunden habe) haben mich zu diesem Blogpost motiviert.

Ich habe meine Spende an Care zu überwiesen. Sie verfügen über eine Infrastruktur vor Ort und können sicher stellen, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Absolut toll finde ich auch Shelter Box. Eine Organisation die eine Erstausstattung für Familien bis zu 10 Personen  in Katastrophengebieten zur Verfügung stellt, die vom Zelt, über Decken,  Kanister, Ofen, Geschirr und Werkzeug alles enthält was in einem solchen Fall nötig ist.

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