Autofahren nutze ich grundsätzlich zum Podcast hören. Leider klappt das mit meinem jetzigen fahrbaren Untersatz bzw. mit der darin zur Verfügung stehen iPod Andockvorrichtung nicht halb so gut, wie in meinem Passat schon vor 5 Jahren, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. Das nicht klappen führt dazu, dass der iPod nach dem Anschliessen nicht das Stück abspielt, das ich zuvor ausgewählt habe, sondern ganz nach Gutdünken eins von den anderen 13.492 gespeicherten. Und das ist diesmal nicht übertrieben, die 80 GB des iPod sind nämlich fast voll. Gefüllt mir 472 ungehörten Podcasts, Musik aus 4 Jahrzehnten und diversen Hörbüchern. Die Wahrscheinlichkeit bei dieser Zufallsauswahl also ein Stück zu finden, das genau den Nerv trifft, geht also gegen Null. Um so perplexer war ich, als gestern „zufällig“ das von meinem Auto ausgesuchte Stück mir wirklich etwas zu sagen hatte. Es war ein Podcast aus der Reihe „Kirche im SWR“. Und der Sprecher war Altfried G. Rempe über dessen Fürbitten ich genau am Tag zuvor erst gebloggt hatte. Tja, die Wege des Herrn sind echt wundersam.

Hier also der Text, den ich hier mit freundlicher Genehmigung des Autors wiedergeben darf.

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 Wenn ich von Gegenwind höre, muss ich immer daran denken, was Segler mit Wind von vorne machen. Und das ist vielleicht ja hilfreich für alle möglichen Gegenwind-Wetterlagen. Wenn ein Segler von A nach B segeln will, dann ist es ganz nett, der Wind hat gerade die gleiche Richtung. Segel hoch, Steuerruder festgeklemmt und ab – „vor dem Wind“, nennen die das. Und viele finden es langweilig.

 Spannend wird es, wenn der Wind gerade aus Richtung B kommt. Dann bricht der Segler trotzdem auf, statt zuhause zu bleiben. Und fährt quer zum Wind; der kommt dann schräg von vorne, – und trifft so auf das Segel, dass er das Schiff vorwärts schiebt. „Hart am Wind“ – und das ist einerseits anstrengend zu segeln, da muss die Mannschaft sich manchmal weit über Bord hängen, damit das Boot nicht kentert…

 Regelmäßig müssen sie wenden, den Wind von der anderen Seite nehmen – sonst würde sie ja in C oder D ankommen. Sieht aus wie ZickZack. Andererseits: so zu fahren, „kreuzen“ nennen sie es: das macht richtig Spaß. Sagen die Segler. Dauert kaum länger als vor dem Wind dahinzuschippern.

 Den Gegenwind nutzen, um in die richtige Richtung vorwärts zu kommen – vielleicht wäre das ja auch gut für alle möglichen Probleme,in die das Leben einen so hineinmanövriert. Die Argumente der Gegenseite gebrauchen, um sie für mein Vorhaben zu gewinnen – das ist gelegentlich mühsam, es ist immer spannend.

 Kreuzen hart am Wind: oft führt das auch zum richtigen Ziel.

 Nicht nur auf dem Segelboot!

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