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So lautet eine Stelle aus dem 74. Psalm, die der diesjährigen „Nacht der Kirchen“ in Saarbrücken als Motto diente.

Die Nacht der Kirchen begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Ludwigskirche Saarbrücken, der von dem deutsch-französischen Informationsradio antenne saar live übertragen wurde und die bis auf den letzten Platz gefüllt war (das Foto enstand 20 Minten vor dem Beginn).

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gospelchor Saarbrücken, unter der Leitung von Wilhelm Otto Deutsch.

Die Predigt hielten in abwechselnder Rede Superintendent Christian Weyer (Kirchenkreis Saar-West) und der Saarbrücker Dechant Benedikt Welter. Sie gingen ganz besonders auf unser heutiges Leben ein, in dem es kaum noch einen Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt, man pausenlos online ist und alles 24 Stunden am Tag geöffnet. „Beleuchtet“ wurde auch der Spruch: Den Seinen gibt´s der Herr im Schlaf, ein Spruch der immer wieder zu Missdeutungen führt. Der Herr gibt es den Seinen darum im Schlaf, weil es ein Moment ist, in dem sie ganz bei sich sind, nicht abgelenkt durch die Welt da draußen. Eine sehr inspirierende Predigt.

Der schönste und ergreifendste Teil der Messe war aber, als alle Kirchenbesucher, eingeteilt in die Tonlagen Alt, Sopran, Tenor und Bass das: „Laudate Omnes Gentes“ anstimmten und es für alle 4 Himmelsrichtungen einmal sangen. Dazu drehten sich die Gottesdienstbesucher in die entsprechende Himmelsrichtung. Otto Deutsch sprach ein Gebet für Menschen in den Ländern dieser Himmelsrichtung, die des Gebets besonders bedurften. Ein sehr sehr bewegender Moment.

Am Ende des Gottesdiensts wurde für die Bildungsarbeit mit minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen gesammelt. 70 sind im ersten Halbjahr im Saarland eingereist. Die meisten kommen aus Afghanistan und haben eine monatelange Flucht hinter sich. Untergerbracht sind sie in Wohngruppen von Diakonie und Caritas. Um die Integration zu erleichtern, besuchen sie Sprachkurse, die aber aus Spenden finanziert werden müssen.

Auf dem Platz vor der Ludwigskirche fand im Anschluss an den Gottesdienst eine Entsendungszeremonie statt. Aus den mitmachenden Kirchen empfingen Gemeindemitglieder das Pfingstfeuer, um es in ihre Kirche zu bringen.

25  Gotteshäuser hatten an diesem Pfingstsonntagabend geöffnet und sich wirklich sehr viel einfallen gelassen. Von biblischem Essen über Taize Gebete, Licht- und Klanginstallationen, Tanzdarbietungen, einem Gospel Musical oder Einladung zur Stille, gab es ebenso viele Angebote wie offene Kirchen.

Übrigens, am 26. Juni wird eine Aufzeichnung des Gottesdienstes als Radiokirche auf SR2 KulturRadio ab 10.04 Uhr gesendet.

Nacht der Kirchen

Danke an Ulrich Commercon, ohne dessen Tipp auf Twitter ich von dieser wunderbaren Veranstaltung nichts mitbekommen hätte und dessen Frau und Tochter ich dann auch noch dort getroffen habe. Social Media meets Real Life :-).

Mehr zur Nacht der Kirchen 2011:

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Die Fürbitten des Bistum Trier fand ich heute wieder bemerkenswert gut formuliert. Bis auf die erste Fürbitte sind die Themen die angesprochen werden, solche die den meisten Menschen am Herz liegen, katholisch oder nicht. Gläubige oder Atheisten.

In Dresden treffen sich evangelische und viele katholische Christen beim Kirchentag

Wir beten für alle, die dort feiern und beten,

die nachdenken und diskutieren darüber, wo ihr Herz ist.

 

Die Energie-Wende ist beschlossen und wird geplant – die Atomkraft geht zuende.

Wir beten für alle, die für eine gerechte und ökologische Energieversorgung arbeiten

mit großer Technik und im eigenen häuslichen Bereich.

Und für alle, die einfach weniger verbrauchen von allem

 

Die Ehec-Bakterien breiten sich aus – die Ursache ist immer noch unklar.

Wir beten für die Menschen, die schwer erkrankt oder sogar gestorben sind;

für die Bauern, deren Existenz bedroht ist vom zusammenbrechenden Markt.

Und für alle, die für gesunde Ernährung aller Menschen sorgen können.

 

Wieder sterben Soldaten in Afghanistan – und im Nahen Osten ist Bürgerkrieg.

Wir beten für Politiker und Bürger, die nach friedlichen Lösungen suchen

in den vielen Konflikten auf der Erde;

und für alle, die Frieden schaffen in ihrer eigenen Umgebung.

 

Die Ärzte diskutieren, ob sie Schwerkranken helfen dürfen, sich zu töten.

Wir beten für die Kranken in unserer Umgebung.

Für alle, die sie pflegen und helfen, gesund zu werden;

und für die Menschen, die einen Sterbenden begleiten in den letzten Tagen des Lebens.

 

 

Wir beten in Stille für Menschen, an die wir jetzt besonders denken –

und in Anliegen, die uns beschäftigen.

 


Und auf eine ganz besonders gute Predigt möchte ich euch auch noch hinweisen. Ihr findet sie im Blog von Heiko Kuschen, Pfarrer der Citykirche Schweinfurt: Wo ist der Himmel?

Helgi / photocase.com

Die Predigt von Thorsten Hoffmann, Pastoralreferent der Pfarrei Losheim, die er am 3. Fastensonntag in unserer Kirche hielt, ist von so universeller Anwendbarkeit, dass ich euch ihren Kern nicht vorenthalten will. Das Grundthema der diesjährigen Fastenpredigten ist das Buch Hiob. Thorsten Hoffmann griff sich den Aspekt des Umgangs mit dem Leid heraus. Er begann seine Predigt mit der Geschichte eines Jungen aus seiner Gemeinde, der ihn um Rat bat, wie er seinem Freund zur Seite stehen könnte, dessen Vater gestorben war.

Anhand der 3 Freunde des Hiob, die jeder eine andere Verhaltensweise an den Tag legen, um Hiob zu „trösten“, entschlüsselte uns Thorsten Hoffmann im 1. Teil seiner Predigt, wie man es nicht macht.

Der erste Freund des Hiob, Zofar, sparte nicht mit guten Ratschlägen, was jetzt zu tun sei und wie Hiob mit dem Leid umzugehen hätte. Und genauso ist es doch auch bei uns. Wie oft wissen wir, was für den anderen in seinem Leid jetzt gut wäre. „Du musst dich ablenken“ , „geh wieder unter Leute“ oder „Du musst dieses Medikament nehmen, das wirkt Wunder“. An Patentrezepten, was dem anderen jetzt helfen würde, mangelt es uns selten

Der zweite Freund, Elifas, breitet sein Wissen vor Hiob aus. Vom hohen Ross herab erklärt er Hiob den Sinn des Leidens und redet über das was passiert, statt mit demjenigen zu reden, dem es passiert ist, mit seinem Freund. Auch dabei hat sich der ein oder andere bestimmt schon ertappt. Berauscht vom eigenen Wissen, denjenigen, dem man helfen wollte, aus den Augen zu verlieren und gar nicht zu merken, wie sehr man sich entfernt.

Der dritte Freund nun, Bildad, wusste, dass das Leid Hiob nicht getroffen hätte, wenn er nicht durch sein Tun selbiges auf sich herab beschworen hätte. Und auch hier können wir uns doch wiedererkennen, in Sprüchen wie: „Hätte sie sich mal um ihre Kinder gekümmert“ oder „Kein Wunder, dass er so krank ist, bei dem Übergewicht“. Das Leid der anderen und warum sie es erdulden müssen, dafür haben wir oft -viel zu- schnell eine Erklärung zur Hand.

Aber das, was ein in Trauer, Schmerz, Krankheit oder Unglück gefangener Mensch wirklich braucht, das hat keiner der 3 Freunde gegeben. Sich dem Leid in Demut zu nähern und es anzunehmen. Nicht für alles eine Erklärung parat zu haben, einen Lösungsvorschlag, sondern einfach nur für den anderen da zu sein. Ohne Vor-urteile dem anderen zuzuhören, nicht alles besser wissen. Zugeben können, dass man auch keine Antworten hat, und dass es auch in der heutigen Zeit nicht auf alles eine Antwort und eine Lösung gibt.

Sich aber als gläubiger Christ immer gewahr zu sein, dass auch und gerade im Schweigen Gott nah ist.

Der Junge hat dann übrigens seinem Freund zugehört und war für ihn da. Und für beide war es eine wundervolle Vertiefung ihrer Freundschaft.

Witzigerweise bin ich, kurz bevor ich diesen Blogbeitrag veröffentlicht habe, über diesen Blogpost gestolpert, der wunderbar hierzu passt: „Was ich nicht hören will, wenn es mir schlecht geht“

Herzlich willkommen…

in Bachmichels Haus, dem privaten Blog von Andrea Juchem. Ich freue mich über Anregungen und Kommentare. gerne direkt unter dem Artikel oder per Mail an: bachmichels(at)web.de Oder folgt mir auf Twitter: @ApfelMuse und @schlauerBacken

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